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Posts Tagged ‘Shoa’

www.stolpersteine-neuwied.de geht online

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ZDFspezial Auschwitz-Gedenken
Übertragung der Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2330094/ZDFspezial-Auschwitz-Gedenken

Bundespräsident Joachim Gauck zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

http://dbtg.tv/fvid/4498210

<p><a href=“http://vimeo.com/89223502″>Children of the Holocaust Trailer</a> from <a href=“http://vimeo.com/fettleanimation“>Fettle Animation</a> on <a href=“https://vimeo.com“>Vimeo</a&gt;.</p>

http://auschwitzundich.ard.de/

 

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© 2014 Christine Welter


Deportation from Cologne to Theresienstadt in July 1942. Testimony of Herta Heim.
Excerpt from the testimony of Herta Heim (born: Herta Moses), describing her deportation from Cologne, the conditions during the trainride and the arrival to Theresienstadt in July 1942. Interview conducted by the USC Shoah Foundation Institute.

Herta Heims Vater, Louis Moses, war ein Sohn, der am 2.2.1845 in Gladbach geborenen Jüdin Veilchen (Fanny) Moses, geborene Salomon.
Herta Heim, geb. Moses, verw. Bodenheimer schreibt in einem Brief an den damaligen Oberbürgermeister Schmelzer vom 25. Oktober 1979:
„Mein Name ist Herta Heim, geb. Moses verw. Bodenheimer aus Neuwied. …
Ganz kurz möchte ich schildern, was mein Leben war. – Im Jahre 1938 hat man uns das Geschäft Engerserstr. 34 zerstört alles aus der Wohnung auf die Straße geworfen meinen Mann Sally Bodenheimer nach Dachau gebracht. März 1939 habe ich meine drei kleinen Kinder 6, 8, 11 Jahre nach Holland gesandt um sie geschützt zu haben. 1940 hat man sie dort als die Deutschen nach Holland kamen in das Lager Westerborg gebracht. 1943 hat man sie getrennt und zwei nach Bergen-Belsen transportiert. Fünf Jahre war ich von meinen Kindern getrennt. – Im Jahre 1942 kam mein Mann und ich nach Theresienstadt. Januar 1944 plötzlich kam ein Transport von Holland mit meiner Tochter. 10 Tage später die zwei Kleinen aus Bergen-Belsen. Am 28. September 1944 transportierte man meinen Mann nach Auschwitz ich sah ihn nie wieder. Alle umgebracht, in der Nacht hatte ich meinen ersten Herzinfarkt. Drei meiner Geschwister und fast alle meine Familien Mitglieder sind umgekommen. – Ich schreibe nicht gerne alle diese Erlebnisse, es fällt mir sehr schwer. Da ich nicht mehr die Jüngste bin möchte ich zu gerne mit meinen Mädels noch einmal in die Stadt wo wir alle geboren sind.“

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Amy Vogel „My Oma-ma turns 100“

Herta Heim starb kurz vor ihrem 105. Geburtstag in den USA.
Zum Nachruf des Deutsch-Israelischen Freundeskreises e. V. Neuwied

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sally Bodenheimer, * 27.4.1891,

deportiert am 27.7.42 nach Theresienstadt
ermordet am 28.9.44 in Auschwitz

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Kurt Bodenheimer, * 20.8.1929,
ermordet am 16.8.44 in Auschwitz

Neuwied, Mittelstraße 11 (früher Engerserstraße 34)
Geschäft für Strümpfe und Dekoration

Gedenkbuch des Bundesarchivs Berlin:

Bodenheimer, Salomon Sally:

geboren am 27. April 1891 in Niederhochstadt / Landau i. d. Pfalz / Bayern (Pfalz)
wohnhaft in Neuwied
Inhaftierungsort:
5. November 1938 – 25. November 1938, Dachau, Konzentrationslager
Deportationsziel:
ab Trier – Köln
27. Juli 1942, Theresienstadt, Ghetto
8. September 1944, Auschwitz, Vernichtungslager
Todesdatum/-ort:
für tot erklärt

Bodenheimer, Kurt:

geboren am 20. August 1929 in Neuwied / – / Rheinprovinz

wohnhaft in Neuwied
Emigration:
30. März 1939, Niederlande
Deportationsziel:
ab Westerbork
15. September 1943, Bergen – Belsen, Konzentrationslager

Fotos:  Holocaust-Museum Yad Vashem Jerusalem

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Ausstellungseröffnung, 8. November 2014 im Café Auszeit, Marktkirche Neuwied

von links Rolf Wüst, Christine Welter, Waltraud Hemmerich und Pfarrer Werner Zupp (Rhein-Zeitung/Foto: Eva Catalina Blum)

von links: Rolf Wüst, Christine Welter, Waltraud Hemmerich und Pfarrer Werner Zupp             (Rhein-Zeitung/Foto: Eva Catalina Blum)

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Artikel von Redakteur Frank Blum; Foto: Eva Catalina Blum

Stimmen zur Ausstellung aus dem Gästebuch:

Gut, dass immer wieder an die Verbrechen an den Juden erinnert wird. Hoffen wir, dass die gezeigten Dokumente und die künstlerisch gestalteten Objekte zu dem Entschluss führen, alles zu tun, damit das Schreckliche nie wieder geschieht.
R. und F. F., 10.11.2014
Herzlichen Dank für die wertvolle Erinnerungsarbeit, die persönliche Schicksale in den Blick nimmt. Dies ist auch nach meiner Meinung die beste Möglichkeit, für die Zukunft zu lernen.
C. V.
Vielen Dank für diese sehr aufschlussreiche und interessante Ausstellung, wieder einmal den Blick auf das wesentliche zu richten.
K. M.
Danke für die wertvolle Ausstellung, die den Blick für unser kollektives Gedächtnis wach hält und den humanen Faktor in den Mittelpunkt stellt.
R. K., 14.11.2014
Danke für die eindrucksvolle Ausstellung und für alle Bemühungen wider das Vergessen!
M. C.
Sehr eindrucksvoll und erschütternd!
B. G.
Verzeihen aber nicht vergessen!
E. K.
Die Stolpersteine haben uns in diese Ausstellung geführt. Dank Herrn Wüst für die Stolpersteine in Neuwied. Die einzelnen Schicksale berühren so stark, dass man nur mit Mühe weiterlesen kann.
Unfassbar, dass die Neuwieder es zugelassen haben, dass die erhalten gebliebene Schule in den 80-ziger Jahren plattgemacht wurde.
N u. F. G.
Danke für die Erinnerung. Das Geschehene darf nie vergessen werden!
Shalom
B. M. u. M. R., 24.11.2014
Unglaubliches Leid, … nicht in Worte zu fassen.
M. B.

Rund 50 Besucher/-innen verfolgten im Café Auszeit der Marktkirche interessiert den Vortrag "Erinnern und Gedenken im Niemandsland zwischen Gestern und Morgen" von Rolf Wüst

Rund 50 Besucher/-innen verfolgten im Café Auszeit der Marktkirche interessiert den Ausführungen von Rolf Wüst.

Öffnungszeiten des Café Auszeit:

Vormittags: Dienstag 8.30 – 10.30 Uhr, Freitag 10.15 – 12.00 Uhr
Nachmittags: Montag – Freitag 14.30 – 18.00 Uhr

Herzliche Einladung zum Besuch der Ausstellung, die noch bis zum 26. November zu sehen ist.

weiteres Programm zur Ausstellung:

Montag, 10. November 2014, 19.30 Uhr 

Vortrag: „Erinnern und Gedenken im Niemandsland zwischen Gestern und Morgen“ 

Rolf Wüst, Deutsch-Israelischer Freundeskreis Neuwied e. V.

(verantwortlich für das Projekt Stolpersteine)

im Café Auszeit, Marktkirche Neuwied

Sonntag, 23. November 2014, 19.30 Uhr 

Lyrik-Lesung mit Texten jüdischer Autoren und Autorinnen

„In jenen Jahren war die Zeit gefroren“ 

Lesung: Catrina Schneider

Musik: Bernd Spehl, Klarinette (Klezmermusik)

im Café Auszeit, Marktkirche Neuwied

Zur Ausstellung ist eine Broschüre erhältlich.

Gesamtkonzept der Ausstellung:
Christine Welter und Rolf Wüst
Grafische Umsetzung: Christine Welter
Gestaltung / Layout: Christine Welter und Peter Buchholz
Druck: Fa. Typo-Schlick
Skulpturen: Waltraud Hemmerich
Fotocollagen und Skulptur „Schmerz“: Christine Welter
Veranstalter: Deutsch-Israelischer Freundeskreis Neuwied e.V.
Sponsoring:  Sparkasse Neuwied

Der Ausstellung liegen die 10-jährigen umfangreichen Recherchen von Rolf Wüst zugrunde. Ohne sein unermüdliches Engagement wäre diese Ausstellung nicht zustande gekommen. Eine umfassendere Dokumentation wird 2015 ins Netz gehen unter: www.stolpersteine-neuwied.de. Eine Datenbank ermöglicht die Recherche nach Personen und Orten.

Display mit den bisher in Neuwied verlegten Stolpersteinen (400 x 220 cm)

Display mit den bisher in Neuwied verlegten Stolpersteinen (Format: 400 x 220 cm).  

Uwe Wagner am Hang (Klanginstrument)

Uwe Wagner sorgte mit seinem Hang (Klanginstrument) für einen würdevollen musikalischen Rahmen bei der Ausstellungseröffnung.

Pfarrer Werner Zupp (Vorsitzender des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Neuwied e.V. – DIF) mit Dr. Hanne Wüst und dem Ehrenmitglied des DIF Dr. Hans-Georg Jungblut

Pfarrer Werner Zupp (Vorsitzender des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Neuwied e.V. – DIF)  (Mitte) mit Dr. Hanne Wüst und dem Ehrenmitglied des DIF, Dr. Hans-Georg Jungblut.

Rolf Wüst, ehemaliger Vorsitzender des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Neuwied e.V. und Koordinator der Stolperstein-Aktion, ohne dessen 10-jährigen unermüdlichen Nachforschungen und Engagement, die Ausstellung "Stolpersteine in Neuwied – Erinnern für die Zukunft" nicht zustande gekommen wäre.

Rolf Wüst stellt die Begleitbroschüre zur Ausstellung vor.

 

 

Stadtplan mit Verortung aller bisher verlegten Stolpersteinen und den Namen der Neuwieder und Neuwiederinnen, die Opfer des Holocaust wurden.

Stadtplan mit Verortung aller bisher verlegten Stolpersteinen und den Namen der Neuwieder/-innen, die Opfer des Holocaust wurden. (Format: 200 x 150 cm)            Links: Skulptur „Schmerz“ von Christine Welter

 

Exemplarisch werden von 13 Familien und einem ermordeten polnischen Zwangsarbeiter deren Schicksal und, soweit bekannt, Biografischens dargestellt.

Exemplarisch werden von Familiengliedern aus dreizehn Familien und einem ermordeten polnischen Zwangsarbeiter deren Schicksal und, soweit bekannt, Biografisches auf vier Displays                (Format: 140 x 48 cm) dargestellt.

Besucherinnen der Ausstellung befassen sich intensiv mit den Schicksalen ehmeliger Neuwieder und Neuwiederinnen, die Opfer des Holocaust wurden.

Besucher/-innen der Ausstellung befassen sich intensiv mit den Schicksalen ehemaliger Neuwieder/-innen, die Opfer des Holocaust wurden.

Angeregte Gespräche während der Ausstellungseröffnung „Stolpersteine in Neuwied – Erinnern für die Zukunft“.

Fotocollagen "Gladbach – Auschwitz" von Christine Welter

Fotocollagen „Gladbach – Auschwitz“ von Christine Welter.                                         (Format 90 x 60 cm, 100 x 45 cm)

Skulptur von Waltraud Hemmerich

Skulptur von Waltraud Hemmerich

Skulpturen von Waltraud Hemmerich

Skulpturen von Waltraud Hemmerich


 

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Plakat-Stolpersteine

 

PROGRAMM

Sonntag, 09. November 2014, 11.00 Uhr

Ökumenischer Gottesdienst 

zum Gedenken an die Pogromnacht am 9. Nov. 1938 

in der Ev. Marktkirche Neuwied

Sonntag, 09. November 2014, 16.00 Uhr 

Gedenkveranstaltung am Jüdischen Mahnmal 

in der Synagogengasse

Sonntag, 09. November 2014, 17.00 Uhr 

Ausstellungseröffnung: 

„Stolpersteine in Neuwied – Erinnern für die Zukunft“ 

im Café Auszeit, Marktkirche Neuwied

Ausstellung mit einer Dokumentation und künstlerischen Arbeiten von Waltraud Hemmerich und Christine Welter

Montag, 10. November 2014, 19.30 Uhr 

Vortrag: „Erinnern und Gedenken im Niemandsland 

zwischen Gestern und Morgen“ 

Rolf Wüst, Deutsch-Israelischer Freundeskreis Neuwied e. V.

(verantwortlich für das Projekt Stolpersteine)

im Café Auszeit, Marktkirche Neuwied

Sonntag, 23. November 2014, 19.30 Uhr 

Lyrik-Lesung mit Texten jüdischer Autoren und Autorinnen

„In jenen Jahren war die Zeit gefroren“ 

Lesung: Christian Wüst

Musik: Bernd Spehl, Klarinette (Klezmermusik)

im Café Auszeit, Marktkirche Neuwied

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Die Aktion „Stolpersteine“ in Neuwied 

Das Ziel: 

Im Jahre 2003 beschloss der Vorstand des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Neuwied e.V. (DIF) aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens und auf Anregung von Charlotte Fichtl-Hilgers, sich an dem Projekt „STOLPERSTEINE“ des Kölner Künstlers Gunter Demnig (http://www.stolpersteine.com) zu beteiligen. Ziel und Absicht dieses deutschland- und europaweit verbreiteten Projektes ist es, für jedes einzelne ehemalige Nazi-Opfer – und nicht nur für jüdische Opfer – kleine, fast unscheinbare Steinquader (10 x 10 cm) in den Bürgersteig vor ihren früheren Häusern zu verlegen. Auf einer Messingplatte sind die Daten jedes einzelnen Opfers eingestanzt. Diesen soll durch die Verlegung der „Stolpersteine“ ihr Name und – soweit eruierbar – ihr individuelles, Schicksal zurückgegeben werden, das gemeinhin hinter großen Zahlen der Anonymität und dem Vergessen preisgegeben wurde.

Die Quellen: 

Zu Beginn des Projektes lagen folgende Quellen vor: Das Buch von Franz Regnery: „Die Jüdische Gemeinde Neuwied“ von 1998, das Memor-Buch von Naftali Bar-Giora Bamberger: „Der Jüdische Friedhof in Neuwied-Niederbieber“ aus dem Jahr 2000, einige wenige Einwohnermeldekarten im Stadtarchiv Rommersdorf, Telefon- und Adressbücher der Jahre 1927 und 1936 sowie diverse Adressen im Ausland. Als Zeitzeugen waren besonders Hildegard und Toni Dasbach behilflich. Hinzu kamen die Datenbank des Holocaust-Museums von Yad Vashem, Jerusalem („The Central Database of Shoa Victims’ Names“ – http://www.yadvashem.org/yv/de/index.asp) und das Gedenkbuch des Bundesarchivs Berlin (Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html). Alle diese Quellen sind lückenhaft und manchmal sogar widersprüchlich. Die Datenbank von Yad Vashem ist ein Erinnerungsportal, das offen ist für Verwandte, Zeitzeugen und Forscher. Es enthält unschätzbare Informationen und Zeugnisse. Das Gedenkbuch des Bundesarchivs hingegen nimmt nur überprüfte Informationen auf. Beide Quellen befinden sich in ständiger Erweiterung, das Berliner Gedenkbuch sogar zusätzlich in ständiger Revision.

Die Probleme: 

Das Ziel war und ist es, den Stein vor den Lebensmittelpunkt des Opfers zu verlegen. In der Zeit der Drangsalierung und der Verfolgung waren die jüdischen Familien ständig auf der Flucht, veränderten ständig ihren Wohnsitz, nicht nur innerhalb Neuwieds – was für die Festlegung der Adressen höchst schwierig war – sondern auch innerhalb Deutschlands und sogar Europas. So entschieden wir uns, für alle Opfer Steine zu verlegen, die eine deutliche Verbindung zu Neuwied und seinen Stadtteilen hatten. Dass dabei u.U. die Adresse auch nicht punktgenau getroffen werden konnte, nahmen wir in Kauf.

Im Laufe der Verlegungsjahre veränderten sich auch die Angaben in Yad Vashem und im Berliner Gedenkbuch, bzw. wurden der veränderten Forschungslage angepasst. Wir bitten zu beachten, dass hieraus die Vielzahl der sich ergänzenden oder widersprüchlichen Angaben in dieser Ausstellung zurückzuführen ist.

DIESE AUSSTELLUNG SOLL KEINEN ENDPUNKT DARSTELLEN,  SONDERN EINE ETAPPE AUF DEM WEG WEITERER FORSCHUNGEN! 

Zur Ausstellung ist ein Begleitheft erhältlich.
Weitere Infos unter: www.dif-neuwied.de

Bald auch im Internet unter: http://www.stolpersteine-neuwied.de

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Pressemitteilung

des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Neuwied

zur Lesung von Lizzie Doron

Am 14. März 2012 findet um 19.30 Uhr im „Café Auszeit“ der Marktkirchengemeinde eine sowohl literarisch als auch für das Verständnis der Holocaust-Nachfolgegeneration höchst interessante Lesung statt. Der Deutsch-Israelische Freundeskreis Neuwied hat Lizzie Doron nach Neuwied eingeladen. Sie ist eine auch in Deutschland bekannte, maßgebliche Vertreterin zeitgenössischer israelischer Literatur und liest aus ihrem neuen, bei dtv erschienenen Roman Das Schweigen meiner Mutter. Der DIF-Vorsitzende Rolf Wüst: „Wir freuen uns sehr, eine so bekannte und erfolgreiche Vertreterin moderner israelischer Literatur in Neuwied begrüßen zu können. Sie befindet sich mit ihrer Übersetzerin Mirjam Pressler im Rahmen der Leipziger Buchmesse auf einer Lesereise in Deutschland.“

Lizzie Doron wurde 1953 in Tel Aviv geboren, in einem Viertel, in dem sich Überlebende der Shoa ansiedelten. Sie verließ den Stadtteil mit 18 Jahren, um als Kibbuznik auf den Golanhöhen zu arbeiten, „weit weg, um die Welt und die unstillbare Traurigkeit der Menschen zu vergessen, die von ‚dort‘ gekommen waren“.

Ihr wohl bekanntestes Werk, Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen, erschien 1998 in Israel und 2004 in der deutschen Übersetzung von Mirjam Pressler. Es ist bereits eine Hommage an ihre 1990 verstorbene Mutter und die Geschichte derer, die die Shoa überlebten und in Israel Fuß zu fassen suchten. Das Buch zählt inzwischen in Israel zur Schullektüre.

Lizzie Doron wird aus ihrem kürzlich erschienenen Roman Das Schweigen meiner Mutter lesen. Der Roman erzählt in ergreifender Weise von der Suche der kleinen, 8jährigen Alisa nach ihrem Vater, eine Suche, die sie auch als 55jährige Ich-Erzählerin nicht ruhen lässt. Es ist zudem die Geschichte der Nachfolgegeneration der in der Shoa traumatisierten Elterngeneration, die in ihrem Schmerz ihre Kinder vor dem Entsetzen ihrer eigenen Erfahrungen zu bewahren versuchen. Dies führte zu einem Schweigen der Überlebenden, das tragischerweise die Gegenwärtigkeit der Erinnerung an den Holocaust nicht überdecken konnte. Es ist ein Verstummen, das sich bis in die frühen Kriege des Staates Israels weiterverfolgen lässt. Alisa findet als Erwachsene nach und nach heraus, dass ihr Vater noch jahrelang am Leben war. Er durfte sich wegen seiner Tuberkuloseerkrankung nicht zeigen, um sein Töchterchen nicht anzustecken; er beobachtete sie aber heimlich. Bei aller Traurigkeit, die diesen fesselnden Roman erfüllt, fehlt es nicht am typisch jüdischen Witz, der in den Alltagsereignissen und ihren Charakteren immer wieder aufblitzt.

Der ergreifende Roman ist aber auch die Geschichte dreier Freundinnen, von denen jede ein anderes Geheimnis mit sich herumträgt, das sie einander nur widerstrebend mitteilen. In der Überwindung ihrer Sprachlosigkeit finden sie nur noch stärker zueinander.

Das Schweigen der Opfer in Tel Aviv hat eine Entsprechung im Schweigen der Deutschen der Nachkriegszeit, ein Schweigen, das vielleicht nicht nur aus der Verdrängung gespeist wurde, sondern auch aus dem Entsetzen über das eigene Versagen und die daraus resultierende Schuld.

Die Moderation der Lesung hat Lizzie Dorons Übersetzerin Mirjam Pressler übernommen. Geboren 1940 in Darmstadt, ist sie selbst eine renommierte Schriftstellerin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und der Carl-Zuckmayer-Medaille. Als Übersetzerin übertrug sie mehr als 300 Titel aus dem Hebräischen, dem Englischen und dem Niederländischen ins Deutsche, darunter Werke von Amos Oz und Zeruya Shalev. Als eines ihrer Hauptwerke gilt die Übertragung der kritischen Werkausgabe der Tagebücher von Anne Frank ins Deutsche.

Nach der Lesung besteht die Möglichkeit zur Diskussion nicht nur über den Roman. An einem Büchertisch der Buchhandlung Eggers können Bücher von Lizzie Doron erworben werden. Frau Doron wird zudem ihre Bücher signieren.

Lizzie Doron „Das Schweigen meiner Mutter“, aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler, Deutscher Taschenbuch Verlag, 216 S., 14,90 €

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