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Police (deutsch Pölitz) ist eine Stadt im Nordwesten Polens in der Woiwodschaft Westpommern. Die Kleinstadt, die eines der größten Chemiewerke Polens beherbergt, hat etwa 35.000 Einwohner und ist Sitz des Powiat Policki (Kreis Police).
Noch heute sind dort die Überreste der Hydrierwerke, die zur Herstellung von synthetischem Benzin dienten, zu sehen.
„Im Jahre 1937 war die Entscheidung über den Bau der „Hydrierwerke Pölitz AG“ gefallen. Der Hauptinvestor waren die IG Farben. In diesem Zusammenhang entstand im Nordteil von Pölitz eine neue Wohnsiedlung mit Infrastruktur. Am 01.10.1939 wurde der Kreis Randow aufgelöst und Pölitz in die Stadt Groß-Stettin eingemeindet. Auf dem Gelände um die Hydrierwerke wurden für mehrere tausend ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene Gemeinschaftslager errichtet, z.B. Pommernlager, Nordlager, Tobruklager, Wullenweferlager, Dr. Dürrfeldlager, Arbeitserziehungslager „Hägerwelle“ und eine Strafkompanie auf dem Dampfer „Bremerhaven“ für 100 polnische Arbeiter. Die Zahl der beschäftigten Zwangsarbeiter überschritt bedeutend die Einwohnerzahl von Pölitz. Im Herbst 1944 wurde in Pölitz-Messenthin das KZ Stutthof – Außenlager Pölitz errichtet. Das Bestehen von kriegswichtigen Anlagen hat dazu beigetragen, dass sie zahlreichen Luftangriffen der Alliierten Luftwaffe ausgesetzt waren. Die ersten Angriffe aus der Luft durch die Alliierten gab es bereits im August 1940, die schwersten fanden jedoch im Jahre 1944 statt. Nach jedem Luftangriff wurden die Hydrierwerke wieder aufgebaut oder repariert. Im März 1945 befand sich die gesamte Stadt, einschließlich der Hydrierwerke, unter dem Feuer russischer Artillerie. In dieser Zeit begannen deutsche Behörden mit der Evakuierung der Lager in den Westen. Am 26. April 1945 eroberte die sowjetische Armee die Stadt Pölitz und das Fabrikgelände. Auf Grund einer Vereinbarung zwischen den polnischen Behörden und dem sowjetischen Militärkommando wurde die sogenannte Pölitzer Enklave mit Odermünde, Messenthin, Pölitz, Jasenitz, Damuster, Königsfelde, Hammer, Wilhelmsdorf und Ziegenort errichtet. Die deutsche Verwaltung mit dem Landrat Erich Spiegel blieb noch auf dem Gebiet. Diese Enklave befand sich bis zum 25.September 1946 unter sowjetischer Militärverwaltung der Besatzungszone Mecklenburg. Auf dem Gebiet der Fabrik „Hydrierwerke AG“ wurde ein Lager für deutsche Kriegsgefangene errichtet, die bei der Demontage der Anlage beschäftigt waren. Während dieser Zeit unterhielt Pölitz keinerlei Kontakte mit polnischen Behörden in Stettin. Nur das Postamt der Stadt hatte postalische Verbindung mit der deutschen Post in der sowjetischen Besatzungszone Mecklenburg – Vorpommerns. Dieser Postbetrieb wurde erst am 24. September 1945 unterbrochen, als das polnische Postamt in Stettin in dieser Enklave den Postverkehr ihrem angegliedert hatte. Am 7. September 1946 hatte die polnische Stadtverwaltung die Vorstadt Messenthin, am 19. September Pölitz und Jasenitz und erst am 25. September das Fabrikgelände der ehemaligen Hydrierwerke übernommen. In dieser Zeit kamen auch die ersten polnischen Ansiedler. Im Jahre 1953 wurden in der Pölitzer Siedlung die politischen Flüchtlinge aus Griechenland und Mazedonien aufgenommen. In den nachfolgenden Jahren begann der Aufbau der Stadt Pölitz. Seit 1965 waren bestimmte Änderungen eingetreten, die mit dem Bau des Chemischen Kombinats Police verbunden waren. Diese Arbeiten wurden nach vier Jahren beendet.“
Quelle: http://lazowski.szczecin.art.pl/police/historia-de.htm

Bei meinem Besuch im November 2011 führten mich Leszek und Janosz über das Gelände der Hydrierwerke, dabei sind die folgenden Aufnahmen entstanden. Der Gedanke, dass auf diesem Gelände Zehntausende von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangen geschunden, gequält und zu Tode gekommen sind, erfüllt mich als Deutsche mit großer Scham.


Fotos: © 2011 Christine Welter

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