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Fotocollage: © 2012 Christine Welter

Tohuwabohu (hebr. תהו־ובהו, tohu-va-vohu, „wüst und leer“) bezeichnet ein großes Durcheinander, einen Wirrwarr. Der hebräische Begriff ist dem 1. Buch Mose  (Genesis 1,2) entnommen und bedeutet nach Luther „wüst und leer“. Dabei bezeichnet tohu die Wüstheit, wa bedeutet „und“ und bohu ist die Leere. Die Bibel beginnt mit dem Satz „Bereshith bara elohim et hashamajim v’et ha’arez, v’ha’arez hajtah tohu vavohu …“ (Genesis 1,2). Tohuwabohu beschreibt also die größtmögliche Unordnung, die der ordnenden Hand eines Gottes bedarf.

Andere Übersetzungen (zum Beispiel Die Schrift von Buber und Rosenzweig) sprechen von „Irrsal und Wirrsal“. tohu drückt demnach „geistliche Leere“ (also eine Art Führungslosigkeit) – bohu dagegen bedeute „geistige Leere“ (also Mangel an denkenden Wesen).

Heute wird der Begriff Tohuwabohu umgangssprachlich für ein großes Durcheinander verwendet.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tohuwabohu

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Titelbild:© ‚Ein Netz, das trägt‘ Rektor Richard Baus

Auszug aus der Einladung der Edith-Sein-Akademie Waldbreitbach:
„GANZ DABEI“
– Ehrenamt trifft Hauptamt –

Das Motto unseres diesjährigen Begegnungstages lautet “Alles hat seine Zeit“. Im Angesicht einer schweren, lebensbedrohlichen Erkrankung erhält die Ressource Zeit für alle Betroffenen eine besondere Wertigkeit. Wenn die Zeit knapp ist, verändert sich oft auch das Zeit-Erleben des erkrankten Menschen, seiner Angehörigen, der Haupt-und Ehrenamtlichen. Ausgangspunkt einer persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Zeit-Erleben im Rahmen hospizlicher und palliativer Begleitung bildet ein Impulsvortrag zum Thema und die Präsentation des gleichnamigen Foto-Lyrik-Projektes der Ausstellung “Alles hat seine Zeit“ mit Bildern von Christine Welter und Texten von Catrina E. Schneider.
Die Impulse aus der Präsentation werden wir mit unseren eigenen Zeiterfahrungen als ehrenamtlich oder professionell Tätige in der Begleitung von Menschen am Lebensende in Beziehung setzen.
Wir laden Sie zu einer Zeit des Innehaltens, der Achtsamkeit und des Austausches ein. Und vielleicht finden wir uns schließlich als Einzelne und als Gemeinschaft gestärkt wieder in der Erkenntnis
“Alles hat seine Zeit“. Auf die Begegnungen und den Austausch mit Ihnen freuen wir uns.
Ihre Michaele Günter

Zum Programm der Veranstaltung

Folgendes Materialien sind bei bildfolge.de erhältlich:

Bildkartei „Verlust – Abschied – Neubeginn“

Symbolfotos zum Einsatz in Gruppen
und bei der Arbeit mit Einzelnen

• Hospizarbeit
• Begleitung von Trauernden
• Arbeit mit Trauergruppen
• Kranken- und Altenpflegeausbildung
• Hospizausbildung von Ehrenamtlichen
• Erwachsenenbildung
• Jugend- und Seniorenarbeit
• Beratung und Therapie
• Supervision
• Schule / Religionsunterricht / Ethikunterrricht


Basissatz: 44 Motive im Format DIN A 5
Erweiterungssatz 1 (20 Motive ; DIN A 5)
Erweiterungssatz 2 „Bestattung und Bestattungsformen “ (20 Motive; DIN A 5)

   

Bildkartei „Bäume / Wurzeln / Wege / Türen“

Basissatz (64 Motive; DIN A 5)
Erweiterungssatz (20 Motive; DIN A 5) NEU  • Digitaldruck auf 280-g Papier• mit Anleitung• verpackt in stabiler Kartonage  Anwendungssituationen für Bildkarteien:• sich vorstellen • Gruppenbildung
• Feedback geben • Einführung in ein Thema
• Kontraste / Spannungbögen aufzeigen
• Text / Gedicht zum Bild gestalten
• Bildmeditation • Diskussionsgrundlage
• Reflexion  Foto-Lyrik-Band

 

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Auszug aus der Ansprache von Pfarrer Thomas Darscheid anlässlich der Ausstellungseröffnung „Alles hat seine Zeit“ im Café Auszeit, Marktkirche Neuwied vom 05. bis 29. März 2012.
Den kompletten Text finden Sie hier:

Pfarrer Thomas Darscheid

… Es ist den beiden Macherinnen unserer heutigen Ausstellung, Christine Welter und Catrina Schneider hoch anzurechnen, das sie den Kampf gegen die Oberflächlichkeit und Banalität zart, beherzt und dennoch deutlich aufgenommen haben und mit Ihrer Ausstellung in Wort, Bild und Objekt das Bibelzitat füllen: Alles hat seine Zeit und es steckt mehr dahinter als das Nichts.

Birgt der Bibeltext die Gefahr dahinzuplätschern; bietet das Leben die Gefahr dahinzuplätschern, so laden die beiden Frauen ein innezuhalten, nicht von einer Zeit zur nächsten zu springen, sondern bewusst und mit hoher Aufmerksamkeit Schritte zu tun. Step by step. Jetzt das. Und dann das.

Unter diesem Aspekt empfehle ich Ihnen das Gedicht „Windhauch“ von Catrina Schneider.

Alles hat seine Zeit. Lachen. Und nur das Lachen und das Lachen auskosten und lachen, von Herzen lachen!

Trauern. Und dann Trauern. Ich halte es für eine der größten Unaufrichtigkeiten unserer Tage, dass wir den Trauernden am Tag der Beerdigung sagen, nun nimm dir die Zeit zur Trauer, lass dich ein auf diesen wichtigen Prozess, aber spätestens 14 Tage später im Büro denken, Naja, jetzt könnt er aber mal wirklich wieder soweit sein. Business as usual. Dagegen: Alles hat seine Zeit. Es hat seine Stunde.

Die Objekte, die Christine Welter ausstellt, atmen diesen Geist. Es sind Fundstücke, sie tragen die Spuren der Zeit, oft wie Narben. Die Vergänglichkeit ist ihnen anzusehen und doch wirken sie neu; gesammelt, zu einer neuen Existenz verbunden, mit neuem Sinn gedeutet.

Die Bilder und Texte machen in wunderbarer Weise anschaulich: Für alles gibt es eine Zeit. Sie entschleunigen. Sie sind Augen-Blicke, in denen sich die Zeit mit ihren unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Rhythmen einfängt.

Christine Welter, Gladbacherin seit Geburt, freischaffende Künstlerin und Unternehmerin sagt: „Für mich ist die Kamera das Fenster in die Welt“; bezeichnet sich selbst als „Sammlerin mit der Kamera“. Und wie jeder Blick aus dem Fenster immer auch ein Ausschnitt. Neugier schwingt mit. Was werde ich sehen, wenn ich das Fenster öffne.

Catrina Schneider, in Bad Kreuznach geboren, seit nunmehr fast 30 Jahren in Neuwied, Diplom Theologin und systemische Familientherapeutin sinnt vielleicht eher nach. Schauen und wirken lassen. Was sehe ich denn wirklich? Was drängt sich mir auf? Was hat die Wirklichkeit mir zu sagen bevor ich Sie mit meinen Worten zukleistere?

Gestatten Sie mir an dieser Stelle ein Zitat. Ich finde es so schön, dass ich es einflechten will. Sie, Catrina Schneider hat es gefunden und gesammelt:

2008 war im „Magazin Der Spiegel in einem Bericht über die Photokina zu lesen: „Bei Frauen fotografiert das Auge mit“.

Frau Schneider kommentiert: „Zunächst stellten sich mir beim Lesen spontan ein Schmunzeln und zwei naheliegende Fragen ein:

Erstens: “Mit was sollen sie denn sonst fotografieren?“

Zweitens: „Und mit was fotografieren Männer?“-

Halten wir für hier und heute fest: „Bei Frauen fotografiert das Auge mit“.

Durch das Auge von Frau Welter vermittelt sehe ich die Zeit des Herbstes im Bild. Ich sehe den Mond. Rosen, fast glaubt man ihren Duft zu riechen.

Ich schlüpf aus meiner Krustenhaut

Und spür ein zartes rosa Seidenkleid, jetzt da es taut.

Leis ruf ich einen sanften Atem,

der meine Flügel trocknet, dass ich fliege.

 

Bilder und Texte können federleicht sein und zugleich erdenschwer:

„Wir werden rufen, hämmern, dich beschwören!“ Oder auch: „Bevor wir dich in mütterliche Erde legen…“

Die Abfolge der Bild- und Textarrangements ist so gestaltet, dass sie wie ein Lebenszyklus mit Aufbrüchen und Umbrüchen, Geburt und Wachstum, Krise und Tod gelesen werden kann.

Die Bilder und Texte sind aber nicht nur Zeitabfolge – eins nach dem anderen und so findest du den Sinn des Ganzen. Sie sind mit größter Behutsamkeit und Wahrnehmungskraft, fast schon mit Zärtlichkeit aufgenommen und formuliert. Sie sind Fenster in die Tiefe. Im Teil findet sich das Ganze, im Augenblick die Ewigkeit. So schön kann das Leben sein trotz allem Auf und Ab. Jetzt. So zart, so zerbrechlich. Der alte Kohelet: „Freu dich und verschaff dir ein wenig Glück während du noch lebst“. (Koh 3,12f)

Wir danken Ihnen herzlich, dass Sie uns anleiten zu Sorgfalt und Wahrnehmung und jetzt spanne ich den Bogen riesig weit, anleiten zur Achtung des Geschaffenen, zur Bewahrung der Schöpfung. Der übervolle Mülleimer fotografiert ist Mahnung.

Wer so auf die Welt schaut und es anderen mitteilt, der teilt auch viel von sich selbst mit, viel von seiner Lebens-Anschauung. Danke für Ihren Mut und Ihre Bereitschaft sich durch Ihre Bilder, Ihre Texte uns zu öffnen, mitzuteilen und mit uns zu teilen.

Danke für den Glauben, den sie uns dadurch vermitteln; hier und da explizit und kurz formuliert:

„an eine Hölle glaub ich nicht“ oder auch in großer Nähe zu vielen Zeitgenossen: „Benimm dich wie ein Gott und lass dich sehen!“

Ich fühle mich erinnert an Reiner Kunze und sein kurzes Gedicht: Pfarrhaus:

Wer da bedrängt ist findet mauern,

ein dach und

muss nicht beten

Ich sehe und höre auch dass Sie mahnen. Auch Fragen hat seine Zeit. Nicht vorschnell die Antwort geben.

Antwort suchen, Fragen finden

Vom ersten bis zum letzten Tag.

Antwort finden, Fragen suchen

Ein Weiser wird, der das vermag!

Es macht Lust ihre Ausstellung zu erleben. Schritt für Schritt von Bild zu Bild von Text zu Text gehen und man kann dem Besucher nur raten: Nimm dir die Zeit. Jedes Bild, jeder Text hat seine Zeit, braucht seine Zeit. Manche von ihnen denken um die Ecke, manche erschließen sich erst auf den zweiten Blick.

Gut, dass es zur Ausstellung einen Katalog gibt, der es ermöglicht daheim auf die Reise zu gehen. Denn auch das gilt: nicht jedes Bild, nicht jeder Text erschließt sich mir in seiner Tiefe heute. Morgen kann das ganz anders sein. Denn: alles hat seine Stunde.

Wenn wir heute die gelungene Ausstellung sehen, dann sei auch daran erinnert wie viele Stunden dahinter stehen. Stunden der Arbeit, des Handwerklichen, des Organisatorischen aber auch Stunden der Abstimmung, des Austauschs, der Übereinstimmung, der Abgrenzung.

Seit nunmehr zehn Jahren sind Sie beide öffentlich künstlerisch aktiv. Auch das hat seine Zeit gebraucht. Die Zeit bist die Stunde kam, da Sie beide den Eindruck hatten, jetzt will ich mich mit dem was ich tue, sehen und hören lassen. Sie beide kennen sich seit Jahrzehnten. Und dann ist im letzten Jahr diese Ausstellung in der Zusammenführung von Bild und Text im Zusammenfluss von zwei künstlerischen Schaffen entstanden. Wir dürfen festhalten, dass die Anfänge in einer „Nacht der Offenen Kirchen“ liegt, da Sie, Frau Welter, gebeten waren Bilder zu Koh 3, zum Spruch: „Alles hat seine Stunde“ zusammenzustellen. 2008 gab es eine Einzelausstellung zum Thema im Kloster Arenberg. Zum Bild kamen dann die Texte.

Und in einem Ihrer weiteren gemeinsamen Projekte, dem Kalender 2011 kunst und poesie finde ich eine weitere Beschreibung von Ihnen beiden, neben dem Biographischen:

Eine Liebe zum Detail,

zum Ausdruck des Verborgenen,

zum Erschaffen neuer Ein-sichten.

Ich freue mich schließlich sehr, dass dieser Abend und diese Ausstellung einmal mehr eine Stunde der Ökumene ist. Wie gesagt in einem ökumenischen Projekt liegen die ersten Anfänge, der katholische Pfarrer spricht zur Eröffnung, in den Räumen der evangelischen Marktkirchengemeinde. Unser selbstverständliches Miteinander der Konfessionen hier in der Stadt. Es hat seine Zeit.

Alles hat seine Zeit. Alles hat seine Stunde. Kohelet fragt: „Wenn das so ist, welchen Vorteil hat jemand davon, dass er sich anstrengt“? Ich weite die Frage moderner: Warum sich mühen? Sich einbringen als Christ in die Welt? Warum nicht verzweifeln am Auf und Ab des Lebens, das so sicher kommt wie Ebbe und Flut, die Gezeiten am Meer? Warum nicht nur die eigenen Schäfchen retten?

Und seine Antwort in Vers 11: „ Gott hat alles zu seiner Zeit auf vollkommene Weise getan. Überdies hat er die Ewigkeit in alles hineingelegt, (doch ohne das der Mensch das Tun, das Gott getan hat von seinem Anfang bis zu seinem Ende wieder finden könnte).“

Ich finde diese Ausstellung kann eine Ahnung davon vermitteln: Gott hat die Ewigkeit, den Sinn in alles hineingelegt.

Für diese Ahnung und für die Schärfung unserer Sinne, für die Sammlung von Fotografien, Objekten und Texten kann man Christine Welter und Catrina Schneider nicht genug danken.

Anmerkung der Redaktion:
Die kursiv gestellten Texte entstammen der Feder von Catrina E. Schneider ©

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Zur Ausstellung ist ein Foto-Lyrik-Band erhältlich.

Foto-Lyrik-Band

Über den Foto-Lyrik-Band:
Kohelets Gedicht über die Zeit, dem der Titel „Alles hat seine Zeit“ entnommen ist, ist ein wunderbares Zeugnis seiner klugen Beobachtungen und verdichteten Reflexion. Es hat uns zu einer Ausstellung inspiriert, die mit diesem Heft ihre Begleitung findet. Wenn Sie diese Zeilen lesen, stehen Sie für einen winzigen Moment an genau diesem Punkt der Überlegung, ja Ihres Lebens – und schon ist er auch wieder vorüber. „Windhauch“, wie der Dichter Kohelet sagt, „alles ist Windhauch“. Die Zeit ist eine Kategorie, wie Immanuel Kant es nennt, die uns Menschen hilft, unser Leben zu strukturieren, in überschaubare Portionen zu teilen, ihm Rhythmus zu verleihen und in alledem doch Kontinuität herzustellen. Wie flüchtig wir die Zeit auch immer erleben, in ihr ist all unser Erleben gesammelt. Die Zeit gliedert unsere Lebensvollzüge: Freude und Leid, Leben und Sterben, Zweifeln und Hoffen finden immer in einem Rahmen von getakteter Zeit und konkretem Raum statt. Und doch machen wir alle auch die Erfahrung, dass dieselbe eine bestimmte Zeiteinheit gefühlt nichtig flüchtig oder aber ewig sein kann. Christine Welter sammelt Bilder und Eindrücke, Holz und Fundsachen, Blickwinkel und Perspektiven und verdichtet Momentaufnahmen zu bleibenden Eindrücken. Catrina E. Schneider sammelt Worte und Sprachbilder und verdichtet Ideenblitze und Essenzen menschlichen Erlebens in ihrer Lyrik.

52 Seiten, 21,0×14,8 cm, viefarbig, geheftet
Einzelpreis: 9,95 € Preise für größere Auflagen (ab 100) auf Anfrage

weitere Infos: hier

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Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären / und eine Zeit zum Sterben, / eine Zeit zum Pflanzen / und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen, eine Zeit zum Töten / und eine Zeit zum Heilen, / eine Zeit zum Niederreißen / und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen / eine Zeit für die Klage / und eine Zeit für den Tanz; eine Zeit zum Steinewerfen / und eine Zeit zum Steinesammeln, / eine Zeit zum Umarmen / und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen / und eine Zeit zum Verlieren, / eine Zeit zum Behalten / und eine Zeit zum Wegwerfen, eine Zeit zum Zerreißen / und eine Zeit zum Zusammennähen, / eine Zeit zum Schweigen / und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben / und eine Zeit zum Hassen, / eine Zeit für den Krieg / und eine Zeit für den Frieden.

Kohelet / Prediger 3, 1-8

Foto-Lyrik-Band

Über den Foto-Lyrik-Band:
Kohelets Gedicht über die Zeit, dem der Titel „Alles hat seine Zeit“ entnommen ist, ist ein wunderbares Zeugnis seiner klugen Beobachtungen und verdichteten Reflexion. Es hat uns zu einer Ausstellung inspiriert, die mit diesem Heft ihre Begleitung findet. Wenn Sie diese Zeilen lesen, stehen Sie für einen winzigen Moment an genau diesem Punkt der Überlegung, ja Ihres Lebens – und schon ist er auch wieder vorüber. „Windhauch“, wie der Dichter Kohelet sagt, „alles ist Windhauch“. Die Zeit ist eine Kategorie, wie Immanuel Kant es nennt, die uns Menschen hilft, unser Leben zu strukturieren, in überschaubare Portionen zu teilen, ihm Rhythmus zu verleihen und in alledem doch Kontinuität herzustellen. Wie flüchtig wir die Zeit auch immer erleben, in ihr ist all unser Erleben gesammelt. Die Zeit gliedert unsere Lebensvollzüge: Freude und Leid, Leben und Sterben, Zweifeln und Hoffen finden immer in einem Rahmen von getakteter Zeit und konkretem Raum statt. Und doch machen wir alle auch die Erfahrung, dass dieselbe eine bestimmte Zeiteinheit gefühlt nichtig flüchtig oder aber ewig sein kann. Christine Welter sammelt Bilder und Eindrücke, Holz und Fundsachen, Blickwinkel und Perspektiven und verdichtet Momentaufnahmen zu bleibenden Eindrücken. Catrina E. Schneider sammelt Worte und Sprachbilder und verdichtet Ideenblitze und Essenzen menschlichen Erlebens in ihrer Lyrik.

52 Seiten, 21,0×14,8 cm, viefarbig, geheftet
Einzelpreis: 9,95 € Preise für größere Auflagen (ab 100) auf Anfrage


Foto: © Christine Welter

Ruach

Lass mich eine
hauchdünne Endlichkeit lang
Ewigkeit schmecken
einen Blick lang
einen Atemzug kurz
etwas für immer wissen.
Es muss entgleiten zurück zum Ursprung.
Ich aber werde mich erinnern,
dass mich einmal ein Geisthauch streifte;
und ruhig warten auf den Augenblick,
wenn sie wiederkehrt mit allen Antworten.

Catrina E. Schneider

Als ich mir vorgenommen hatte zu erkennen, was Wissen wirklich ist, und zu beobachten, welches Geschäft eigentlich auf der Erde getätigt wird, da sah ich ein, dass der Mensch, selbst wenn er seinen Augen bei Tag und Nacht keinen Schlaf gönnt, das Tun Gottes in seiner Ganzheit nicht wieder finden kann, das Tun, das unter der Sonne getan wurde …

Kohelet / Prediger 8,16/17


Foto: © Christine Welter

Segen

Sommertöchter knospen, blühen
wiegen sich im Rosenwind,
drehen werbend sich zur Sonne,
sind zu neuem Glück bestimmt.

Einmal möcht ich sie noch küssen,
einmal Eishauch noch verwehrn,
einmal unterm Glassturz schützen,
einmal Liebe noch vermehrn.

Dann werd ich unsichtbar und lausche
aus Himmelsblau und Sonnengelb
und bin im Wind, im Meeresrauschen,
das sie umgleitet, wenn sie gehn.

Nichts mag sie halten und die Flüsse,
die ihre Farben stromwärts führn,
solln alle Ewigkeiten fließen,
mein warmer Segen sie berührn.

Catrina E. Schneider

Freu dich, junger Mann, in deiner Jugend, sei heiteren Herzens in deinen frühen Jahren! Geh auf den Wegen, die dein Herz dir sagt, zu dem, was deine Augen vor sich sehen.

Kohelet / Prediger 11,9

Info für Institutionen:
Eine Ausstellung mit Fotografien (Format 70 x 50 cm plus Texttafeln) und Holzobjekten kann ausgeliehen werden. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Lesung im Rahmen einer Ausstellung oder einer Lichtbildpräsentation.

Kontakt:
Christine Welter · bildfolge – werkstatt für fotografie & gestaltung, Robert-Koch-Straße 18, 56566 Neuwied · info@bildfolge.de · www.bildfolge.de
oder Catrina Schneider · catrina.schneider@web.de · www.catrina-schneider.de
Alle Fotos und Texte sind urheberrechtlich geschützt, können aber gegen ein Honorar erworben werden. © Fotos: Christine Welter, info@bildfolge.de
© Texte: Catrina E. Schneider

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